Verschiedene Rinsen

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Eine Rinse ist eine Spülung für die Haare, die nach dem letzten Ausspülen über die Haare gekippt und in der Regel nicht wieder ausgespült wird. Die bekanntesten Rinsen sind wohl die kalte und die saure Rinse. Ob man diese wieder ausspült oder nicht, kann aber jeder für sich selbst entscheiden.

Wirkung bzw. Grund der Anwendung

Die äußerste Schuppenschicht der Haare wird durch warmes Wasser und Tenside (Shampoo, Seife) aufgeraut. Nach der Wäsche sind die Haare also rau, stumpf und leicht angreifbar. Ist die Schuppenschicht dagegen angelegt, ist das Haar glatter und glänzender, lässt sich besser durchkämmen und ist resistenter gegen Verletzungen der Schuppenschicht. (Genaueres zum Aufbau des Haares kann hier nachgelesen werden)

Um die Schuppenschicht nach der Wäsche anzulegen, können die Haare mit einer sogenannten Rinse (engl. ,,Spülung“) behandelt werden. Diese besteht aus kühlem oder kaltem Wasser, oft mit diversen Zusätzen. Die Zusätze können auch je nach Bedürfnis miteinander vermischt werden. Die Rinse muss nicht, kann aber ausgespült werden. Sinnvoller ist es im Allgemeinen jedoch, sie im Haar zu lassen.

Anwendung

Einfach nach dem letzten Ausspülen über die Haare kippen. Vorzugsweise kaltes Wasser verwenden, da dieses das Anlegen der Schuppenschicht unterstützt, warmes Wasser ist aber auch in Ordnung. Es empfiehlt sich, erst langsam mit einem EL Essig auf einem Liter Wasser zu beginnen und sich dann langsam zu steigern, bis man das optimale Rezept für die eigenen Haare gefunden hat.

Rinsenarten

Wie oben erwähnt enthalten die Rinsen oft diverse Zusätze. Welche dies sind, ist im Nachfolgenden aufgeführt, meist mit Rezept.

kalte Rinse

Kälte reicht meistens aus, um die Schuppenschicht anzulegen. Die Haare werden daher nach der Wäsche einfach mit kaltem bis sehr kaltem Wasser gespült.

saure Rinse

Säure verstärkt die adstringierende Wirkung. Dabei sollte beachtet werden, dass die Rinse nicht zu sauer werden sollte, da dies sonst austrockned wirken kann. Die Mengenangaben sind Grundrezepte und sollten daher individuell in Menge und Konzentration angepasst werden.

Eine saure Rinse empfiehlt sich außerdem noch zum Spülen nach der Haarwäsche mit Seife, um Kalkrückstände in den Haaren vorzubeugen.

Essigrinse

1 EL Essig 1 l Wasser

Der Essig wird in das kalte Wasser gegeben. Dabei kann jede Art von Essig verwendet werden, z.B. Apfelessig, Balsamico-Essig, Kräuteressig oder aromatisierte Fruchtessige.
Der Essig-Geruch verfliegt meist beim Trocknen der Haare, manchmal ist er aber noch leicht wahrzunehmen.

Zitronensaftrinse

1 EL frischen Zitronensaft oder Zitronensaftkonzentrat 1 l Wasser

Zitronensaft enthält 5-7% Zitronensäure, die ähnlich wie Essigsäure auf das Haar wirkt. Zitronensaftrinse ist nahezu geruchslos und bietet sich daher als guter Ersatz zur Essigrinse an. Die Säurekonzentration des Konzentrats ist etwas höher, eventuell muss die Dosis dort etwas gesenkt werden.

Zitronensäurerinse

¼ -½ TL Zitronensäurepulver/-granulat 1 l Wasser

Zitronensäure ist ca. 20-mal saurer als Zitronenssaft und sollte zunächst nur in geringeren Dosen in das Wasser eingerührt werden. Die Säure ist in Drogerien in der Putzmittelabteilung erhältlich, relativ günstig und sehr ergiebig.

Mineralwasserrinse

1 l kohlensäurehaltiges Mineralwasser

Beim Mineralwasser wird die Schuppenschicht durch die enthaltene Kohlensäure angelegt. Allerdings können sich durch die verstärkt enthaltenen Mineralstoffe und Salze Ablagerungen an den Haaren bilden.

Teerinse

1 l starken Schwarztee (5-10 TL Tee)

Schwarztee enthält sogenannte Gerbsäuren, die eine astringierende Wirkung auf die Schuppenschicht ausüben. Außerdem kann es dunklerem Haar zu mehr Glanz verhelfen. Der Tee sollte sehr stark sein, kann also auch über mehrere Stunden ziehen. Zum Zeitpunkt des Spülens sollte er aber zumindest auf Zimmertemperatur, besser noch weniger, gekühlt sein. Dafür kann der fertiggezogene Tee auch für eine Weile in den Kühlschrank gestellt werden.

Vorsicht bei hellem Haar: Es kann sich durch die Schwarzteerinse verfärben und ist daher nicht empfehlenswert.

Kräuterspülung/-rinse

Kräutern werden diverse haarpflegende Eigenschaften zugeschrieben, die aber individuell wirksam sind. Es lohnt sich also, verschiedene Kräuter zu testen. Außerdem sorgen sie für einen angenehmen Duft in den Haaren.

Katzenminze

Die Katzenminzen sind eine Gattung der Lippenblütler. Fälschlicherweise wird die für die Haare benutzte Minze oft als 'die Katzenminze' bezeichnet; so heißt jedoch auch die komplette Gattung, welche etwa 250 Arten enthält. Die gemeinte Katzenminze für die Haare ist die Nepeta Transcaucasica.

Etwa 500ml (je nach Haarlänge auch mehr/weniger) Wasser erhitzen, Katzenminzenblätter frisch gepflückt oder getrocknet in einen Teebeutel/Kaffeefilter geben und diesen in das kochende Wasser geben. Den Tee etwa 10minuten ziehen lassen, dann Teebeutel entfernen und den Tee auskühlen lassen. Als letzte Spülung über die Haare geben.

Einzelne, in der Minze enthaltene Öle, pflegen das Haar und sorgen so für Feuchtigkeit und Glanz. Außerdem wurde eine Verbesserung in Sachen Verkletten der Haare festgestellt.

Rosmarin, Thymian

Diesen beiden Kräutern wird eine haarwuchsfördernde Wirkung zugeschrieben. Um ein Ergebnis zu erzielen, muss die Rinse aber über einen langen Zeitraum angewandt werden. Die Rinse wird nicht nur auf die Haare, sondern auch auf die Kopfhaut gegeben und dort einmassiert.

Pfefferminze, Brennnessel

5-10 TL Pfefferminze oder Brennnessel 1 l Wasser

Brennnessel und Pfefferminze wird eine schuppenvorbeugende Wirkung nachgesagt. Dazu muss die Rinse auch in die Kopfhaut einmassiert werden.

Rotbusch

5-10 TL Rotbuschtee 1 l Wasser

Ein Rotbuschaufguss eignet sich gut als Teerinsen-Ersatz für hellbraunes und rotes Haar. Er hat eine farbverstärkende Wirkung, jedoch aufgrund nicht enthaltener Gerbsäuren keine adstringierende.

Kamille

5-10 TL Kamillentee 1 l Wasser

Ein Kamillenaufguss bietet einen Teerinsen-Ersatz für blondes Haar, enthält aber keine Gerbsäure und muss für eine adstringierende Wirkung daher mit säurehaltigen Zusätzen ergänzt werden.

Hibiskus

5-10 TL Hibiskustee 1 l Wasser

Ein Aufguss oder auch Kaltauszug aus Hibiskusblüten ist durch den hohen Gehalt an Fruchtsäuren eine saure Rinse. Hibiskustee enthält keine Gerbsäuren. Aufgrund der roten Farbe ist er bei hellem Haar nur mit Vorsicht anzuwenden.

süße Rinse

1 TL Honig 1 l Wasser

Der Honig ist feuchtigkeitspendend, kann jedoch in zu großen Mengen austrocknend und verklebend wirken. Außerdem hat er selbst keine adstringierende Wirkung, d.h. das Wasser sollte kalt sein oder mit säurehaltigen Zusätzen (siehe oben) versetzt werden.

Bei Locken kann die süße Rinse auch wie ein natürlicher Lockenfestiger wirken.

Externe Links