Henna-Tutorium

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Mit Henna färben hat so seine Tücken, daher soll an dieser Stelle eine kleine Infosammlung folgen.

Henna allgemein

Wirkweise

Henna (und auch Indigo, das sind zwei verschiedene Pflanzen!) legen sich als Mantel um die Haare und schützen sie somit, statt sie wie chemische Farbe zu zerstören. Die Farbe bildet sich durch eine chemische Reaktion mit den in den Haaren enthaltenen Eiweißen. Diese braucht Sauerstoff und wird durch Wärme gefördert. Deshalb muss das Pulver auch mit Wasser angerührt werden. Siehe auch Allgemeines zu Pflanzenhaarfarben.

Haltbarkeit

Henna färbt dauerhaft. Die Farbe wird man nur durch Abschneiden oder extremem chemischem Bleichen wieder los, wobei letzteres sehr schädigend für die Haare ist, da erstmal der "Farbmantel" durchbrochen werden muss. Man kann die Haare somit eigentlich auch einfach gleich abschneiden, da man es spätestens nach dem Bleichen eh tun muss ;)

Das Färben mit Henna

Prozedere

Ganz wichtig vor dem Färben - Allergietest nicht vergessen.

ACHTUNG - bei chemisch blondiertem Haar ist es ratsam, vorher eine Probesträhne an einer unauffälligen Stelle zu machen, da es in manchen Fällen dazu kommen kann, dass ein Grünstich auftritt.

Das Hennapulver (sofern es schon welches ist, die Caca-Blöcke müssen natürlich zuerst zerbröselt werden. Wie viele Blöcke ihr nehmt, hängt von eurer Haarlänge ab) am besten mit warmem Wasser anrühren, denn die Reaktion läuft bei Wärme besser ab. Wer möchte, kann auch kreativ werden und zum Anrühren Schwarztee oder Rotwein benutzen; beides hat Einfluss auf das Farbergebnis. Ersteres macht die Haare dunkler, letzteres verstärkt die Rotkomponente. Inwiefern das wirklich einen Unterschied macht kann ich aber nicht sagen, ich selbst nehme immer nur reines Wasser.

Wem die Pampe zu krümelig ist: Ein, zwei Löffel normaler Haushaltszucker wirken hier Wunder! Einfach mit ins noch trockene Pulver und dann anrühren, dadurch wird das Henna geschmeidiger, lässt sich besser auftragen und krümelt nicht so herum.

Die Haare nass machen und am besten nochmal gründlich mit Shampoo durchwaschen. Die Haare müssen absolut fettfrei sein, dann färbt das Henna am besten. Aus diesem Grund ist die Kakaobutter in den Cacas genau genommen völliger Blödsinn, bei ungefärbten, gesunden Haaren sollte es aber trotzdem noch gut genug färben. Darauf gehe ich später noch genauer ein.

Anschließend dann die Pampe fröhlich im Haar verteilen, bis alles abgedeckt ist und zwischen 2 und 6 Stunden einwirken lassen.

Abdecken - ja oder nein?

Ja! Wie weiter oben schon erwähnt, die Reaktion braucht Sauerstoff. Das stimmt. Allerdings holt die Reaktion sich den Sauerstoff nicht aus der Luft, sondern aus dem Wasser, mit dem es angerührt wurde. Deshalb muss man die Farbe feucht halten, da die Reaktion sonst zum erliegen kommt und nichts mehr färbt. Außerdem muss die Farbe warm gehalten werden, da die Reaktion auch Wärme braucht. Deshalb gilt: den zu färbenden Kopf schön in ein flauschiges, kuschliges Handtuch wickeln ;) Wer keine Lust auf eingesaute Handtücher hat, wickelt einfach einen Streifen Frischhaltefolie drunter. Isoliert auch noch mal und die muss nicht gewaschen werden ;) Generell gilt, beim Färben besser alte Klamotten zu tragen. Ich hatte zwar bisher immer Glück und es ist alles wieder rausgegangen, aber man muss es nicht riskieren.

Mögliche Probleme

Beim Färben können auch bei Henna hin und wieder Probleme auftreten.

Hilfe, es färbt nicht!

Kann vorkommen und hat mehrere mögliche Gründe.

Grund A: geschädigte Haare

Die Haare sind möglicherweise zu geschädigt. Das ist oft bei chemisch gefärbtem Haar der Fall. Wenn die Haare zu geschädigt und somit aufgeraut sind, hat das Henna keine Möglichkeit, sich haltbar um das Haar zu legen, somit kommt am Schluss keine sichtbare Färbung bei heraus. Da kann man eigentlich nicht viel machen, außer die Haare etwas mehr zu pflegen, in der Hoffnung, dass es dann besser wird. Beim nächsten Versuch: Vor dem Farbe auftragen die Haare kurz kalt durchspülen, das schließt die äußere Schuppenschicht der Haare und macht sie glatter. Dann hat es das Henna etwas einfacher.

Grund B: zu fettige Haare

Die Haare waren nicht sauber genug. Liegt ein Fettfilm um die Haare, hat das Henna ebenfalls keine Chance, da es nicht an die Eiweiße herankommt und somit gar nicht erst reagieren kann. Dieses Problem kann auch auftreten, wenn man silikonhaltige Haarpflege benutzt. Als Abhilfe hier also auf silikonfreie Haarpflege umsteigen, wenn dies noch nicht geschehen ist und die Haare vor dem Färben gründlich mit silikonfreiem Shampoo waschen. Wenn die Pflege gerade erst zu silikonfrei gewechselt wurde, kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis alles Silikon draußen ist; je nachdem wie lange vorher Silikonprodukte benutzt wurden.

Grund C: Fehler beim Färben

Es stimmte etwas mit den Färbebedingungen nicht. Die Farbe darf auf keinen Fall trocknen und muss warm gehalten werden, am besten wirklich erst mit Folie und dann mit einem Handtuch umwickeln.

Menno, ich habe nicht die gewünschte Farbe erhalten / die Farbe ist zu schwach

Kommt vor, da bei Henna die Ausgangshaarfarbe eine wichtige Rolle spielt und man somit vorher nie sagen kann, was am Ende wirklich rauskommt.

Als erstes gilt, nie von der Haarfarbe beeindrucken lassen, die man direkt nach dem Färben und Trocknen hat. Henna dunkelt noch bis zu 2 Tage nach dem Färben nach und wird dabei auch oft kühler. Wenn einem die Farbe nach 3 Tagen immer noch nicht gefällt, kann man weiter drüber nachdenken.

Wenn die Farbe zu schwach ist: noch mal mit demselben Ton drüberfärben. Henna bildet auf den Haaren Schichten, bei jedem Färben legt sich eine neue Schicht drüber. Das verstärkt auf Dauer die Farbe.

Wenn man nicht die Farbe erhält, die man sich gewünscht hat: Je nachdem, was falsch gelaufen ist (zu rot oder zu kühl), versucht man beim nächsten Färben natürlich einfach einen anderen Farbton. Entweder man testet sich fröhlich durch das Angebot, oder, wenn man sich das zutraut: Man kauft sich von einer Firma nach Wahl reines Henna und reines Indigo und mischt. Mit einer entsprechenden Mischung kann man eventuell ein Braun erreichen, hier ist aber eine Versuchsreihe an ausgefallenen Haaren (oder, für ganz harte, auf der Haut) unbedingt anzuraten.

Wie kriege ich die richtige Farbe?

Das kann keiner sagen, das kommt auf die Ausgangshaarfarbe an. Bei Henna gilt: je heller die Ausgangshaarfarbe, desto karottiger das Ergebnis; bei Indigo: Je heller, desto grünlicher das Ergebnis. Es gibt nur Henna (färbt Rot) und Indigo (färbt bläulich/grünlich), alles andere, was versprochen wird, sind bereits gemischte Farben. Allgemein: ausprobieren. Ein anderes Rezept gibt es nicht.

Mögliche Farben

Wie oben erwähnt, es existieren Henna als rot färbende Pflanze und Indigo als grünlich/bläuliche Pflanze. Möglich sind damit dann also natürlich Rot und diverse Brauntöne, wenn man richtig mischt. Bei diesen Brauntönen wird allerdings nach einer gewissen Anzahl Wäschen immer das Rot wieder deutlicher zum Vorschein treten, das ist einfach hartnäckiger.

Auch Schwarz ist mit Pflanzenhaarfarbe möglich, das ist aber mit etwas mehr Aufwand verbunden. Um zu verhindern, dass es sich arg verwäscht, gibt es eine aufwändigere Methode. Zuerst mit rotem Henna färben. Auswaschen, die Haare etwas trocknen lassen. In der Zwischenzeit schonmal das reine Indigo anrühren. Das Wasser beim Indigo allerdings maximal lauwarm. Auftragen, nochmal ca so lange Einwirken lassen wie das Henna zuvor, dann gut mit reinem Wasser (und sonst nichts) ausspülen. Es wird noch nicht gleich richtig schwarz sein, aber in den meisten Fällen verwäscht es sich auf die Weise nicht ganz so schnell ins rötliche, man hat also vorher die Chance, nochmal zu überfärben um das Dunkle zu festigen.

Anschließend 48 Stunden nix an die Haare lassen und bei der ersten Haarwäsche einen kleinen Schuss Essig ins Shampoo, dann blutet nicht so viel aus. Nach ein paar Wiederholungen (mit mehrtägigen Pausen dazwischen) sollten die Haare dann Schwarz sein. Aber Achtung - sobald die Haare mal Schwarz sind, bleiben sie das auch!