Palmkernöl

Aus Langhaarwiki
(Weitergeleitet von Elaeis guineensis kernel oil)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Palmkernöl wird aus den Kernen der Ölfrüchte (vergleiche Palmöl) gewonnen, besteht zu über 80 % aus gesättigten Fettsäuren (hauptsächlich Laurinsäure) und gehört wie das Kokosöl zu den Laurinölen. Zur Ölgewinnung werden die Kerne getrocknet, gemahlen und anschließend gepresst. Der größte Teil des gewonnenen Palmkernöls wird anschließend noch raffiniert.
Unraffiniertes Palmkernöl hat eine gelbbräunliche Farbe und einen charakteristischen Geruch und Geschmack. Raffiniertes Öl ist weiß bis leicht gelblich und hat einen neutralen Geruch und Geschmack.

Palmkernöl ist wie auch Kokosöl bei Temperaturen unter 25°C fest.

Die Ölpalme stammt ursprünglich aus Afrika. Heutige Hauptanbauländer sind Malaysia, Indonesien und Südamerika. Palmkernöl gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen, so dass ein gezielter Anbau von Ölpalmen durchaus sinnvoll und von Nutzen sein könnte. Eine Grundvoraussetzung ist jedoch, dass die Aspekte des Natur- und Klimaschutzes berücksichtigt werden. Das geschieht bisher nicht. Durch die hohe Nachfrage nach Palmöl und Palmkernöl wachsen die Plantagen für Ölpalmen ständig, so dass die extreme Abholzung von Regenwaldflächen ständig fortschreitet. Weltweite klimatische Veränderungen sind die Folge.

Palmkernöl ist ein hochspreitendes Öl.

INCI

Elaeis guineensis

Jodzahl

14-22


Inhaltsstoffe, Zusammensetzung


Kosmetische Verwendung

Raffiniertes Palmkernöl wird gerne zur Herstellung von Seifen verwendet. Es eignet sich ebenfalls für die Herstellung von Körperbutter da es bei Körpertemperatur schnell schmilzt und genau wie Kokosöl einen angenehm kühlenden Effekt hinterlässt.

Ökologische und menschenrechtliche Probleme

Durch die Plantagenwirtschaft und der damit verbundene Abholzung von großen Regenwaldflächen in den Hauptanbaugebieten der Ölpalme steht der Anbau von Ölpalmen international in der Kritik. Der Anbau der Ölpalmen erfolgt in ökologisch nicht nachhaltiger Weise. Verschiedene Umweltschutzorganisationen, in Deutschland besonders Greenpeace und Rettet den Regenwald, weisen darauf hin, dass für die Errichtung von neuen Plantagen Regenwälder in großem Unfang abgeholzt werden.

Da die tropischen Böden sehr nährstoffarm sind, müssen für den Anbau der Ölpalmen große Mengen an Kunstdünger eingesetzt werden. Wegen der Schädlingsanfälligkeit von Monokulturen sind zusätzlich noch große Mengen an Pestiziden notwendig. In dem sehr regenreichen Klima werden diese Stoffe ins Grundwasser und in die Flüsse gespült und vergiften die lokale Bevölkerung. Durch den hohen Wasserverbrauch der Plantagen werden zudem noch die Trinkwasserressourcen knapp.

Plantagen mit Ölpalmen stellen ein Problem für den Erhalt der Artenvielfalt dar, in Indonesien ist der Lebensraum der Orang-Utans durch die Plantagen bedroht. Aufgrund dieser Problematik wird der Orang-Utan als Symbol für die Kritik an der Palmölproblematik genutzt.

Auch bei Palmkernöl aus ökologischem Anbau ist die Sicherheit, dass der Anbau nicht auf Kosten des Regenwaldes geschieht, nicht gegeben. Deshalb ist auch von einer Verwendung von Bio-Palmöl abzuraten.


Kosmetikinhaltsstoffe basierend auf Palmöl bzw. Palmkernöl

Nicht alle Stoffe dieser Liste werden generell aus Palmöl hergestellt, jedoch ist die Herkunft unsicher. Da Palmöl der billigste Rohstoff ist, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieses auch für die Herstellung verwendet wurde. Die Liste ist möglicherweise unvollständig.

Quelle: Weiße Liste Palmöl, www.pro-ject-pool.ch, Animal.org.au [palmoilindisguise]

Quellen


Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge