Silikon: Unterschied zwischen den Versionen

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Silikonöl und Silikonwachse basieren auf PEG! Es handelt sich um künstliche [[Lipide]] (Fettstoffe) aus Erdöl, sie werden in der Umwelt nicht abgebaut. Flüchtige Silikone sind lebergiftig. Im folgenden eine Liste, die aber wohl noch längst nicht volltständig ist.
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Silikonöl und Silikonwachse basieren auf PEG. Es handelt sich um künstliche [[Lipide]] (Fettstoffe) aus Erdöl, sie werden in der Umwelt nicht abgebaut. Flüchtige Silikone sind lebergiftig.
Durch häufigen Gebrauch von silikonhaltigem Shampoo, Conditioner, Leave-In, Haarspray usw. werden immer neue Silikonschichten aufgetragen, entsteht ein [[Build-up]]. Die Haare werden dadurch schwer und kraftlos. Unter der Silikonschicht können die Haare unbemerkt immer weiter austrocknen und brechen dann.
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*die Erzeugung von Glanz durch Ummantelung des Haares mit einer dünnen Schicht (siehe auch: [[Filmbildner]]),
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Insbesondere die letzte Anwendungsweise, für die Silikone in [[Shampoo|Repair-Shampoos]] eingesetzt und in der Werbung angepriesen werden, steht in der LHC und im LHN in starker Kritik. Schäden können von silikonhaltiger Pflege lediglich überdeckt und nicht dauerhaft "repariert" werden, wie suggeriert wird. Da der tatsächliche Haarzustand unter dem Silikon nicht mehr erkennbar ist, kann es gezielte ausgleichende Pflege erschweren.
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Durch den Wechsel von silikonhaltiger zu silikonfreier Pflege kann es daher zu einer Erstverschlimmerung kommen, wenn Schäden zutage treten, die zuvor nicht erkenbar waren. Derartige Schäden entstehen nicht durch die neue Pflege, sondern haben bereits bestanden.
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Silikone können für die Haare problematisch werden, weil durch häufigen Gebrauch von silikonhaltigem Shampoo, Conditioner, Leave-In, Haarspray usw. immer neue Silikonschichten aufgetragen werden, und so ein [[Build-up]] entstehen kann. Die Haare werden dadurch schwer und kraftlos. Unter der Silikonschicht können die Haare unbemerkt immer weiter austrocknen, was zu verstärktem [[Spliss]] und [[Haarbruch]] führt. Der Einsatz von Silikonen sollte daher zumindest überdacht werden.
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Der überwiegende Großteil konventionell hergestellter [[Shampoo|Shampoos]], [[Spülung|Spülungen]] oder Pflegeprodukte enthält Silikone. Für Naturkosmetik ist der Einsatz von Silikonen generell nicht zugelassen. Als Ersatz wird dort oft auf [[Glycerin]] zurückgegriffen.
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Da Silikone aufgrund ihrer vielfältigen Namen oft nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, empfiehlt es sich, eine Webseite zu Rate zu ziehen, die die Inhaltsstoffe von Kosmetika auflisten und bewerten kann, wie zum Beispiel [http://www.codecheck.info/ Codecheck].
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Im folgenden eine Liste, die aber wohl noch längst nicht vollständig ist.
  
 
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Version vom 11. September 2011, 17:22 Uhr

Eine Liste bekannter Silikone/Filmbildner. Quelle: gofeminin.de

Silikone

Silikone erkennt man in der Zutatenliste meistens an der Endung "-cone".

Silikonöl und Silikonwachse basieren auf PEG. Es handelt sich um künstliche Lipide (Fettstoffe) aus Erdöl, sie werden in der Umwelt nicht abgebaut. Flüchtige Silikone sind lebergiftig.

Der gewünschte Effekt beim Einsatz von Silikon sind meistens

  • die Erzeugung von Glanz durch Ummantelung des Haares mit einer dünnen Schicht (siehe auch: Filmbildner),
  • das Erreichen besserer Kämmbarkeit durch die künstliche glatte Oberfläche, oder
  • das Umschließen von Spliss oder anderweitigen Haarschäden, die so am Haarschaft ausgeglichen werden sollen.

Insbesondere die letzte Anwendungsweise, für die Silikone in Repair-Shampoos eingesetzt und in der Werbung angepriesen werden, steht in der LHC und im LHN in starker Kritik. Schäden können von silikonhaltiger Pflege lediglich überdeckt und nicht dauerhaft "repariert" werden, wie suggeriert wird. Da der tatsächliche Haarzustand unter dem Silikon nicht mehr erkennbar ist, kann es gezielte ausgleichende Pflege erschweren.

Durch den Wechsel von silikonhaltiger zu silikonfreier Pflege kann es daher zu einer Erstverschlimmerung kommen, wenn Schäden zutage treten, die zuvor nicht erkenbar waren. Derartige Schäden entstehen nicht durch die neue Pflege, sondern haben bereits bestanden.

Silikone können für die Haare problematisch werden, weil durch häufigen Gebrauch von silikonhaltigem Shampoo, Conditioner, Leave-In, Haarspray usw. immer neue Silikonschichten aufgetragen werden, und so ein Build-up entstehen kann. Die Haare werden dadurch schwer und kraftlos. Unter der Silikonschicht können die Haare unbemerkt immer weiter austrocknen, was zu verstärktem Spliss und Haarbruch führt. Der Einsatz von Silikonen sollte daher zumindest überdacht werden.

Der überwiegende Großteil konventionell hergestellter Shampoos, Spülungen oder Pflegeprodukte enthält Silikone. Für Naturkosmetik ist der Einsatz von Silikonen generell nicht zugelassen. Als Ersatz wird dort oft auf Glycerin zurückgegriffen.

Da Silikone aufgrund ihrer vielfältigen Namen oft nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, empfiehlt es sich, eine Webseite zu Rate zu ziehen, die die Inhaltsstoffe von Kosmetika auflisten und bewerten kann, wie zum Beispiel Codecheck.

Im folgenden eine Liste, die aber wohl noch längst nicht vollständig ist.

Dimethicone

Gehört zu der Gruppe der Silikonöle. Dimethylpolysiloxane unterschiedlicher Molekülgrößen und Siskositäten. Klare, farb- und geruchlose Flüssigkeiten, unlöslich in Wasser und Ethanol. Einsatz in Hautpflegeprodukten, zur Verringerung des "Weißelns" von O/W-Emulsionen, sowie in Haarpflegemitteln zur Verbesserung der Kämmbarkeit, als Konditioniermittel, Feuchtigkeitsschutz und zur Erhöhung des Glanzes der Haare.

Cyclomethicone

Diese Silikonöle mit Ringstruktur sind nicht wasserlöslich, sondern sie bleiben auch im Haar haften. Das sind die fiesen, miesen, grauenvollsten Silikonarten und meistens Schuld am Build-up. Niedrigviskose, flüchtige Flüssigkeiten. Ölkomponenten für Hautpflegemittel, verringern die Klebrigkeit und verbessern das Hautgefühl. Conditionierer für Haarpflegemittel zur Verbesserung der Kämmbarkeit und des Glanzes der Haare. Sie werden vermutlich wegen des Namens, der inzwischen bekannt wurde, jetzt Cyclopentasiloxane genannt.

Dimethicone Copolyol

Ein Silikonderivat. Dimethylsiloxanglykolcopolymer. Gleicht fehlende Fettbestandteile aus, stabilisiert den natürlichen Fett- und Feuchtigkeitshaushalt.

Phenyl Trimethicone

Silikonöl, leicht flüchtiger Kämmbarkeitsverbesserer, verleiht dem Haar Glanz und Pflege ohne Belastung im trockenen Haar.

Amodimethicone

Siliconpolymer mit aminofunktionalen Gruppen, das zur Kämmbarkeitsverbesserung eingesetzt wird.

Dimethiconol

Hydroxiliert = es ist ein sehr stark haftendes Silikonderivat.

Polymethyl(amino)siloxan

Hydroxiliert = es ist ein sehr stark haftendes Silikonderivat.

Stearyl Dimethicone

Ein Silikonwachs.

Polymethylsiloxan

Ein Silikonöl.

Polypropylen-Glycol-Copolymer

Ein organisches Polymer.

Polymethylsiloxan-Polyethylenglycol

Ein Silikonderivat.

Cyclopentasiloxane

Silikonöl mit Ringstruktur (10-gliedrige Ringe mit 5 Siliciumatomen); Niedrigviskose, flüchtige Flüssigkeiten. Ölkomponenten für Hautpflegemittel, verringern die Klebrigkeit und verbessern das Hautgefühl. Konditionierer für Haarpflegemittel zur Verbesserung der Kämmbarkeit und des Glanzes der Haare.

Quats & Polyquats

Sie sollen die Haare weich und frisierwillig machen. Dabei hadelt es sich genauso wie bei den silikonen um Filmbildner. Sie gehören zu den Kationtensiden und sind hautreizend.

Quaternium-5

DSDMAC

Quaternium-18

Kationaktives Tensid mit hoher Affinität zu Haut und Haaren, wird insbesondere in Haarkuren als Konditionierwirkstoff eingesetzt.

Quaternium-80

Auch ein Filmbildner, der wasserlöslich ist. Er lässt sich nach ein paar Haarwäschen wieder auswaschen.
Es handelt sich um ein kationisches Silikontensid für Haar- und Hautreinigungsmittel. Bestandteil von 2-in-1-Shampoos. Zieht substantiv auf das Haar auf. Verbessert die Kämmbarkeit von nassem und trockenem Haar und verleiht einen natürlichen Glanz, verstärkt die Wellintensität, schützt und pflegt geschädigte Haarspitzen.

Polyquaternium-10

Kationisches Zellulosederivat, leicht löslich in Wasser, kompatibel mit den meisten Tensiden. Zieht substantiv auf Haar und Haut auf, verbessert die Nass- und Trockenkämmbarkeit der Haare und wirkt antistatisch. Hinterläßt auf der Haut einen weichen, angenehmen Film.

Kationisches Polymer (Konditioniermittel)

Wird als Pflegestoff in Shampoos, Dauerwellen und Fixierungen eingesetzt. Durch substantive Adsorbtion ans Haar werden Griff und Kämmbarkeit verbessert.

Polyquaternium-16

Kationisches Copolymerisat aus Vinylimid-Azoliniummethochlorid und Vinylpyrrolidon zur Verbesserung der Kämmbarkeit, Festigung und Elastizität der Haare.

Polyquaternium-36

Kationischer Filmbildner für konditionierende Festigung und Elastizität der Haare.

Weitere

  • Polyquaternium-11
  • Polyquaternium-28
  • Polyquaternium-35


Copopolymere

Acrylamide/Sodium Acrylate Copopolymer

Ein Copopolymer aus Acrylamid und Natrium-Acrylat-Monomeren. Wird als Filmbildner und Verdicker in der Haar- und Hautkosmetik eingesetzt.

Acrylates/Acrylamide Copopolymer

Anionischer Filmbildner; hartes, eher sprödes, stark festigendes Polymer. Bildet klaren, glänzenden Film mit sehr guter Feuchtigkeitsbeständigkeit und geringer Lockenaushängung.

Acrylates/T-Butylacrylamide Copopolymer

Anionischer Filmbildner; hartes, eher sprödes, stark festigendes Polymer. Bildet klaren, glänzenden Film mit guter Feuchtigkeitsbeständigkeit.

Butyl Ester of PVM/MA Copopolymer

Anionischer Filmbildner, stark festigendes Polymer, bildet klaren, glänzenden Film mit guter Feuchtigkeitsbeständigkeit und geringer Lockenaushängung.

Phtalic Anhydride/Trimelitic Glycols Copopolymer

Copolymer aus Phthal- und Trimelitsäureanhydrid mit Glykol- und Neopentylglykol. Filmbildner und Viskositätsregulator in verschiedenen kosmetischen Mitteln.

PVP/Hexadecene Copopolymer

Organisch modifiziertes, öl- und alkohollösliches Polymer (Filmbildner). Erhöht die Viskosität von Emulsionen und Ölen. Verbessert die Wasserfestigkeit bei Sonnenschutzmitteln.

VA/Crotonates Copopolymer

Anionischer Filmbildner. Hartes, eher sprödes, stark festigendes Polymer. Bildet klaren, glänzenden Film mit sehr guter Feuchtigkeitsbeständigkeit und geringer Lockenaushängung.